Ein persönliches Wort zu Beginn
Ich mache mir Sorgen um Deutschland. Nicht weil ich glaube, dass unser Land am Abgrund steht – sondern weil ich immer häufiger Entscheidungen sehe, bei denen ich mich frage: Ist das wirklich vom Ende her gedacht?
Was passiert?
Liebe Leserin, lieber Leser,
Ich mache mir Sorgen um Deutschland. Nicht, weil ich glaube, dass unser Land am Abgrund steht. Nicht, weil früher alles besser gewesen wäre. Und schon gar nicht, weil ich einer bestimmten Partei nach dem Mund reden möchte.
Ich mache mir Sorgen, weil ich immer häufiger Entscheidungen sehe, bei denen ich mich frage:
Kann das wirklich vernünftig und nachhaltig sein – ist das alles vom Ende her bedacht?
# Ursprünglich war Quo vadis Deutschland als Buch geplant, das kurz vor der Veröffentlichung stand.
Dieses Buch wollte sich entlang einer Vision vor allem mit gravierenden Struktur-Problemen in Deutschland beschäftigten und Lösungsansätze anbieten. Ich hatte schon einen Verleger gefunden, eine Vielzahl der Beiträge, die Sie hier auf dieser Plattform finden, war schon geschrieben und teilweise in öffentlichen Vortragsveranstaltungen diskutiert worden. Kurz gesagt: dieses Buch war fast fertig.
Ich habe mich dann dennoch dazu entschlossen, quo vadis Deutschland als Online-Plattform zu starten. Ich wollte, um es bildlich auszudrücken, kein Projekt konstruieren, sondern mit guten Freunden und engagierten Mitstreiterinnen und Mitstreitern eine lebende Pflanze großiehen, die Zeit und gute Pflege braucht und von der wir hoffen, dass sie eines Tages groß und stark werden wird.
Ich habe einen großen Teil meines Berufslebens als Unternehmensberater Unternehmen und Organisationen beraten. Wenn dort etwas nicht funktionierte, musste man zunächst herausfinden, warum. Man analysierte Strukturen, Prozesse und Verantwortlichkeiten. Man stellte unbequeme Fragen. Und irgendwann kam der entscheidende Punkt:
Was müssen wir verändern, damit es wieder besser funktioniert?
Genau diese Frage vermissen wir in der deutschen Politik zunehmend.
Was sagt die Politik?
Wir diskutieren viel. Wir streiten viel. Wir beschließen immer neue Gesetze, Programme, Sondervermögen, Förderungen und Vorschriften.
Aber fragen wir oft genug, was am Ende dabei herauskommt?
- Was bedeutet ein neues Gesetz ganz konkret für eine Familie? Für einen Rentner? Für einen Arbeitnehmer? Für einen Unternehmer?
- Warum dauert es Jahre, eine Bahnstrecke, eine Schule oder eine Wohnung zu bauen?
- Warum beschäftigen wir immer mehr Menschen mit der Verwaltung von Problemen – und haben gleichzeitig das Gefühl, dass die Probleme nicht kleiner werden?
- Warum wissen wir seit Jahrzehnten, dass unsere Gesellschaft altert, und wirken trotzdem überrascht, wenn Renten-, Pflege- und Gesundheitssystem unter Druck geraten?
- Warum schaffen wir es so selten, eine einmal getroffene politische Entscheidung nach einigen Jahren nüchtern zu überprüfen und zu sagen: Das hat nicht funktioniert. Also machen wir es anders.
Dabei geht es uns nicht darum, Politiker pauschal zu kritisieren. Ich kenne genügend Menschen aus Wirtschaft und Organisationen, um zu wissen: Die meisten Menschen wollen ihre Arbeit gut machen.
Was die Zahlen sagen
Vielleicht liegt das Problem deshalb tiefer.
- Vielleicht haben wir in Deutschland Strukturen geschaffen, in denen Verantwortung verteilt wird, bis niemand mehr wirklich verantwortlich ist.
- Vielleicht versuchen wir, jedes denkbare Problem durch eine neue Vorschrift zu lösen.
- Vielleicht verwechseln wir manchmal gute Absichten mit guten Ergebnissen.
- Und vielleicht haben wir uns daran gewöhnt, Dinge für unveränderbar zu halten, nur weil wir sie seit Jahrzehnten so machen.
Welche Argumente gibt es für etwas, was spricht dagegen?
Gegenargumente
Wir werden Fragen stellen. Manche davon werden unbequem sein.
- Brauchen wir tatsächlich jede staatliche Struktur, die wir heute finanzieren?
- Warum muss ein Gesetz immer komplizierter werden?
- Was kostet Bürokratie den Bürger wirklich?
- Wie viel unseres Staatshaushalts können wir überhaupt noch gestalten?
- Warum schauen wir nicht viel häufiger nach Dänemark, Schweden, in die Schweiz oder die Niederlande und fragen: Wie machen die das?
- Und warum organisieren wir große politische Aufgaben nicht stärker wie Projekte – mit klaren Zielen, kompetenten Teams, einem Verantwortlichen und einem Termin?
Denn diese Plattform soll kein Ort sein, an dem jemand verkündet, die Wahrheit gepachtet zu haben. Sie soll ein Ort sein, an dem wir wieder etwas tun, das in der politischen Diskussion erstaunlich schwierig geworden ist: selbst denken.
Bewertung
Nicht reflexartig dafür sein, weil die eigene politische Seite dafür ist. Nicht reflexartig dagegen sein, weil die andere Seite dafür ist. Sondern fragen:
Ist es sinnvoll? Ist es bezahlbar? Ist es gerecht? Und funktioniert es?
Ich glaube nach wie vor an dieses Land. Deutschland verfügt über kluge Menschen, hervorragende Unternehmen, engagierte Bürger und enorme Möglichkeiten.
Deshalb ärgert mich nicht, dass Deutschland nichts kann. Mich ärgert, dass Deutschland viel mehr könnte.
Und genau deshalb gibt es diese Seite.
Quo vadis, Deutschland? Ich weiß die Antwort nicht. Aber ich glaube, es ist höchste Zeit, dass wir wieder anfangen, die richtigen Fragen zu stellen und nachhaltige Lösungen zu suchen.
Herzliche Grüße
Jörg Schülke
Was wäre vernünftig?
🟢 Ein persönliches Bekenntnis zu ehrlicher, ergebnisoffener Analyse – jenseits von Parteizugehörigkeit und Reflexreaktionen.
Fazit
Deutschland könnte viel mehr. Deshalb gibt es diese Seite – für die richtigen Fragen, ohne vorgefasste Antworten.