Nur noch 17 Prozent vertrauen dem Staat – wann wacht die Politik endlich auf?
Deutschland verliert nicht nur wirtschaftliche Stärke – es verliert das Vertrauen seiner Bürger
Nur noch 17 Prozent der Deutschen trauen dem Staat zu, seine Aufgaben zu erfüllen. Was das für die Demokratie bedeutet – und was jetzt geändert werden muss.
Ein Alarmsignal, das niemand ignorieren darf
17 Prozent!
Nur noch 17 Prozent der Bürger trauen dem deutschen Staat zu, seine Aufgaben angemessen zu erfüllen. 79 Prozent halten ihn für überfordert.
Das sind die alarmierenden Ergebnisse der Forsa-Bürgerbefragung 2026 im Auftrag des Deutschen Beamtenbundes.
Im Jahr 2020 hatten noch 56 Prozent der Befragten Vertrauen in die Leistungsfähigkeit des Staates. Sechs Jahre später sind es nur noch 17 Prozent.
Ein Rückgang um 39 Prozentpunkte. Was muss eigentlich noch passieren, bevor die Politik erkennt, dass nicht nur einzelne Maßnahmen, sondern das staatliche System selbst auf den Prüfstand gehört?
Der Staat verspricht viel – und liefert zu wenig
Deutschland ist keineswegs ein armes Land. Wir verfügen über erhebliche finanzielle Mittel, qualifizierte Menschen, leistungsfähige Unternehmen und starke demokratische Institutionen.
Und dennoch erleben Bürger und Unternehmen immer wieder einen Staat, der an seinen eigenen Strukturen scheitert.
Baugenehmigungen dauern zu lange. Infrastrukturprojekte werden teurer als geplant. Behörden arbeiten mit komplizierten Verfahren. Die sozialen Sicherungssysteme stehen unter Reformdruck. Politische Entscheidungen werden angekündigt, abgeschwächt, verschoben oder gar nicht umgesetzt.
Das Problem ist nicht allein fehlendes Geld.
Das Problem ist zunehmend das Verhältnis zwischen staatlichem Aufwand und tatsächlich erzieltem Ergebnis.
Vertrauen kann man nicht beschließen
Politik versucht häufig, verlorenes Vertrauen durch neue Versprechen, zusätzliche Programme, höhere Ausgaben und bessere Kommunikation zurückzugewinnen.
Doch Vertrauen entsteht nicht durch Ankündigungen.
Es entsteht, wenn Bürger erleben, dass staatliche Leistungen funktionieren, Entscheidungen nachvollziehbar sind und Probleme tatsächlich gelöst werden.
Ein handlungsfähiger Staat muss nicht alles selbst machen. Aber das, wofür er verantwortlich ist, muss er zuverlässig, wirtschaftlich und bürgerorientiert erledigen.
Staatsreform 2035: Vom Reparaturbetrieb zum leistungsfähigen Staat
Quo Vadis Deutschland schlägt deshalb einen grundsätzlichen Perspektivwechsel vor.
Nicht mehr die Frage: Was können wir am bestehenden System noch verbessern?
Sondern zunächst: Welchen Staat wollen und brauchen wir im Jahr 2035?
Daraus ergeben sich drei zentrale Handlungsfelder:
• Reformieren: Aufgaben, Zuständigkeiten und Strukturen grundsätzlich überprüfen. Überflüssiges abschaffen, Verantwortung eindeutig zuordnen.
• Effizienter machen: Verfahren vereinfachen, Digitalisierung konsequent nutzen, Leistungen und Ergebnisse messbar machen.
• Verschwendung verhindern: Öffentliche Ausgaben systematisch prüfen, Fehlentwicklungen früh erkennen und unwirtschaftliche Projekte konsequent stoppen.
Das übergeordnete Ziel lautet: Vertrauen durch nachweisbare staatliche Leistungsfähigkeit zurückgewinnen.
Unser Vorschlag: Ein jährlicher Vertrauens- und Leistungscheck
Warum sollte sich der Staat nicht jedes Jahr an einigen wenigen, aber aussagekräftigen Kriterien messen lassen?
Beispielsweise an der Zufriedenheit der Bürger mit staatlichen Leistungen, der Dauer von Genehmigungsverfahren, der Wirtschaftlichkeit öffentlicher Projekte, der Qualität digitaler Verwaltungsleistungen und der Umsetzung angekündigter Reformen.
Nicht die Zahl neuer Gesetze oder Förderprogramme sollte über politischen Erfolg entscheiden, sondern deren tatsächliche Wirkung.
Fazit
Wenn nur noch 17 Prozent der Bürger dem Staat zutrauen, seine Aufgaben angemessen zu erfüllen, dann ist das kein gewöhnliches Stimmungstief.
Es ist ein ernst zu nehmender Hinweis auf eine tiefgreifende Vertrauenskrise in die staatliche Leistungsfähigkeit.
Noch bedeutet das nicht, dass 83 Prozent die Demokratie ablehnen. Aber eine Demokratie, deren Institutionen dauerhaft als überfordert wahrgenommen werden, riskiert eine zunehmende Entfremdung zwischen Bürgern und Politik.
Deutschland braucht deshalb mehr als eine weitere Reformankündigung. Es braucht eine überzeugende Vision, eine konsequente Staatsreform und den Mut, politische Ergebnisse endlich überprüfbar zu machen.
Vertrauen wird nicht durch Versprechen zurückgewonnen. Sondern dadurch, dass der Staat wieder funktioniert.
Quo Vadis Deutschland – Analysieren. Vergleichen. Reformieren.