GESELLSCHAFT · 1. September 2026 · 7 Min. Lesezeit

Mietenreport 2026: Wohnungskrise wird zur Sozialstaatskrise

Wer den Sozialstaat stärken will, muss den Wohnungsmarkt reparieren

Wohnungskrise in Deutschland 2026 – steigende Mieten und fehlende Sozialwohnungen

58 Prozent der Mieter berichten von gestiegenen Wohnkosten. 1,4 Millionen Wohnungen fehlen. Der Bestand an Sozialwohnungen ist auf ein Rekordtief gefallen. Der Mieterbund warnt: Die Wohnungskrise ist längst zur Sozialstaatskrise geworden.

Was passiert?

Der Deutsche Mieterbund hat seinen Mietenreport 2026 vorgestellt. Das Ergebnis ist ernüchternd: Die Wohnungs- und Mietenkrise hat sich auf hohem Niveau verfestigt und entwickelt sich zunehmend zur Sozialstaatskrise.

Eine repräsentative Befragung zeigt die wachsende Unsicherheit:

Was sagt die Politik?

DMB-Präsidentin Dr. Melanie Weber-Moritz fordert einen grundlegenden Kurswechsel:

Leistungskürzungen senken keine Mieten und schaffen keine einzige zusätzliche Wohnung. Im Gegenteil: Sie erhöhen das Risiko von Mietruckständen, Wohnungsverlust und Wohnungslosigkeit.

Wohnen ist kein Spekulationsobjekt, sondern ein Grundrecht. Bezahlbares Wohnen ist die Grundlage für soziale Sicherheit und einen leistungsfähigen Sozialstaat.

Was die Zahlen sagen

Die wichtigsten Zahlen des Mietenreports 2026:

Gegenargumente

Auf der anderen Seite der Debatte stehen gewichtige Argumente:

Bewertung

Die Zahlen sind eindeutig: Deutschland hat ein strukturelles Wohnraumproblem, das sich direkt auf den Sozialstaat auswirkt. Wenn 78 Prozent der armutsbetroffenen Menschen Mieter sind und ein Drittel davon extrem wohnkostenüberlastet ist, dann ist Wohnpolitik keine Randnotiz – sie ist Sozialpolitik.

Zwei Dinge müssen gleichzeitig passieren:


Wer nur auf Mietregulierung setzt, ohne das Angebot zu erhöhen, verwaltet die Krise. Wer nur auf mehr Neubau setzt, ohne den bestehenden Bestand zu schützen, hilft den Menschen nicht, die jetzt betroffen sind.

Was wäre vernünftig?

🟡 Die Wohnungskrise ist real und die Zahlen sind alarmierend. Aber die Lösung liegt nicht in einer einzigen Maßnahme. Deutschland braucht beides: einen funktionierenden Wohnungsmarkt mit deutlich mehr Angebot und einen wirksamen Schutz für Menschen, die heute schon am Limit sind.

Die Zahlen und Forderungen in diesem Beitrag basieren auf der Pressemitteilung des Deutschen Mieterbundes zum Mietenreport 2026 vom 1. September 2026. Die Einordnung, Gegenargumente und Bewertung sind unsere eigene redaktionelle Analyse.